Bürgermeister Stefan Kolbe sagt Servus

„Mir waren vor allem die Menschen wichtig!“

 

Wenn Sie auf Ihre 18 Jahre als Bürgermeister zurückblicken: Was war für Sie persönlich die prägendste Zeit und mit welchem Gefühl übergeben Sie jetzt das Amt?

 

Meine Zeit als Bürgermeister hat mich im Gesamten sehr geprägt. Besonders der Ausbau der Kinderbetreuung, die Entstehung der Neuen Mitte sowie der Aufbau der Fernwärmeversorgung waren entscheidende Phasen während meiner Amtszeit. Ich übergebe mein Amt mit einem gemischten Gefühl, denn in Karlsfeld fehlt es weiterhin an Geld. Die Haushaltslage, mit der sich auch der neue Gemeinderat jetzt beschäftigen wird, bleibt weiter angespannt. Trotzdem denke ich, dass der neue Bürgermeister Christian Bieberle und die neuen Gemeinderatsmitglieder dies gut meistern werden.

 

Welche Entscheidung oder welches Projekt hat Karlsfeld aus Ihrer Sicht am nachhaltigsten verändert?

 

Hervorheben möchte ich hier das Heizkraftwerk und Fernwärmenetz, die Verdopplung des Kinderbetreuungsplätze von 800 auf 1.600, sowie die bauliche Entwicklung an der Münchner Straße.

 

Worauf sind Sie mit Blick auf die Entwicklung der Gemeinde am meisten stolz?

 

Stolz bin ich auf unser breit aufgestelltes Schulsystem mit zwei neu gebauten Grundschulen, einer Mittelschule, auf der ein mittlerer Bildungsabschluss erworben werden kann, die FOS, unser neues Gymnasium sowie auf unsere Kinderbetreuung. Hier sind wir wirklich sehr gut aufgestellt. Zudem bin ich auch sehr stolz auf die im Jahre 2011 ins Leben gerufene Städtepartnerschaft mit Muro Lucano, mit der wir verschiedene Projekte realisieren konnten und dieses Jahr das 15-jährige Jubiläum feiern können. 

 

Gab es eine Phase, in der Sie besonders gefordert waren und was haben Sie daraus mitgenommen?

 

Als Bürgermeister ist man immer gefordert. Mit jedem einzelnen Projekt, jeder noch so „kleinen Frage“, muss man sich gründlich beschäftigen und mit Bedacht entscheiden.

 

Welche Themen waren für Karlsfeld über die Jahre die größten Dauerbaustellen?

 

Hierzu fallen mir die Neue Mitte, das Erl-Gelände sowie das Anna Quartier / Ludl-Gelände ein.

 

Welches Projekt lag Ihnen besonders am Herzen, auch wenn es nicht immer einfach war?

 

Die Fernwärmeversorgung über unsere Gemeindewerke, inklusive des Biomasseheizkraftwerks, war mich für ein Herzensprojekt. Die Entwicklung der Fernwärmeversorgung in Karlsfeld, begann intensiv 2007, der Spatenstich für das Biomasseheizkraftwerk erfolgte im April 2010. Die Einweihung fand im Juli 2011 statt, gefolgt von der Inbetriebnahme. Das war für mich ein besonderer Augenblick.

 

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit Gemeinderat, Verwaltung, Vereinen und Ehrenamt erlebt?

 

Die Zusammenarbeit empfand ich immer als sehr gut, da wir alle ein gutes Gemeinschaftsgefühl gepflegt haben, das „Miteinander“ war mir immer sehr wichtig. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich auch bei Wolfgang Offenbeck und Stefan Handl als Zweite Bürgermeister bedanken. Genauso bei meinem Geschäftsleiter Francesco Cataldo, allen Gemeinderatsmitgliedern und meiner gesamten Belegschaft, die mich immer tatkräftig unterstützt haben.

Ich bin wahnsinnig stolz, dass Karlsfeld so engagierte Menschen im Ehrenamt und in den Vereinen hat, das ist wirklich bemerkenswert.  Die Entwicklung der Sportvereine, die kulturellen Vereine, die Ehrenamtlichen, die sich für die Volksfest-Planung stark machen oder im sozialen Bereich – das ist Karlsfeld.

 

Welche drei Dinge sollten die Karlsfelderinnen und Karlsfelder aus Ihrer Amtszeit vor allem in Erinnerung behalten?

 

Die Karlsfelder sollen einen engagierten Bürgermeister in Erinnerung behalten, der seinen „Job“ mit Herzblut und großer Leidenschaft ausgeübt hat und ein Herz für Vereine hat, einen Bürgermeister, dem zuallererst immer die Menschen wichtig waren.

 

Die Schließung des Hallenbades möchte ich nicht gerne in Erinnerung behalten, das war für mich die schlimmste Entscheidung in meiner Amtszeit.

 

Worauf freuen Sie sich persönlich jetzt am meisten? Was machen Sie jetzt mit Ihrer neu gewonnen Freizeit?

 

Ich freue mich auf freie Tage ohne Terminkalender, mir mehr Zeit für die Familie, Freunde und mich selbst nehmen zu können. Ich möchte mehr Sport treiben und Dinge angehen, die in letzter Zeit liegengeblieben sind.

 

Wie geht es für Sie in der Kommunalpolitik weiter?

 

Ich bin für weitere sechs Jahre in den Kreistag gewählt worden und habe das Mandat angenommen.

 

Welchen Wunsch haben Sie für Karlsfeld in den kommenden Jahren?

 

Mein Wunsch ist, dass sich der neue Gemeinderat schnell zusammenfindet, das Gremium arbeitsfähig ist und frei von Ideologien Entscheidungen trifft und sich wieder finanzielle Freiräume schaffen kann. 

 

Was raten Sie Ihrem Nachfolger?

 

Ich empfehle dem neuen Bürgermeister Christian Bieberle immer ein offenes Ohr für die Bürger zu haben, frei von Parteibüchern. In Karlsfeld ist man ein Bürgermeister für alle. Ich wünsche mir, dass mein Nachfolger weiterhin ein vernünftiges Miteinander pflegt.

 

Was möchten Sie den Karlsfelderinnen und Karlsfeldern noch mitteilen?

 

Ich bin den Karlsfeldern dankbar, dass ich dreimal gewählt worden bin, mein erster Amtsantritt war 2008.

Ich habe mich immer gefreut, Karlsfeld als eine Gemeinde der „Internationalität“ bezeichnen zu können. Wir sind eine bunte, vielfältige und tolerante Gemeinde und ich hoffe, dass dies so weitergelebt wird.

 

 

 

 

Persönliches Grußwort

 

Liebe Karlsfelderinnen und Karlsfelder,

 

nach vielen intensiven, bewegenden und auch herausfordernden Jahren darf ich mit großer Dankbarkeit auf meine Zeit als Bürgermeister zurückblicken. Karlsfeld ist für mich nicht nur ein Ort, an dem Politik gemacht wird, sondern vor allem eine Gemeinde, die von Zusammenhalt, Engagement und einem starken Miteinander lebt.

 

In diesen Jahren durfte ich gemeinsam mit vielen engagierten Menschen Projekte anstoßen, begleiten und vollenden, die Karlsfeld prägen und unsere Gemeinde ein Stück weitergebracht haben. Besonders wichtig war mir dabei immer, dass wir Entwicklungen nicht nur verwalten, sondern aktiv gestalten, mit Augenmaß, mit Verantwortungsgefühl und mit einem offenen Ohr für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger.

 

Mein Dank gilt allen, die diesen Weg mit mir gegangen sind: Dem Gemeinderat, all meinen Mitarbeitern, den Vereinen, den Ehrenamtlichen und natürlich Ihnen allen, die Karlsfeld mit Leben füllen.

 

Ich wünsche unserer Gemeinde weiterhin Mut, Zusammenhalt und Zuversicht für alles, was vor ihr liegt.

 

Herzlichst
Ihr Stefan Kolbe

 

 

Foto: Tobias Hase