Helferkreis Karlsfeld: Die Arbeit trägt Früchte

Helferkreis Karlsfeld: Die Arbeit trägt Früchte

Fabian Baur vom Helferkreis Karlsfeld bei seinem Vortrag

55 Besucher informierten sich auf einer Veranstaltung des Helferkreises Karlsfeld im Bürgertreff zu der Frage: „Flüchtlingshilfe: Ja, aber wie?“

 

Dr. Franz Bethäuser, Referent der Georg-von-Vollmar-Akademie in Kochel und Dozent an der Universität München, erläuterte das sehr komplizierte deutsche Asyl- und Aufenthaltsrecht mit seinen verschiedenen Verfahrensstufen, den nationalen und internationalen Gesetzen und den verschiedenen zuständigen Behörden in Deutschland. Die Schutzsuchenden können Aufenthaltstitel wie „Asyl“, “subsidiärer Schutz“ oder „Duldung“ erhalten.

 

Die Besucher interessierten sich besonders dafür, was bei einem Asylverfahren beachtet werden muss, welche Termine einzuhalten sind oder was bei der Anhörung wichtig ist.

 

In einem zweiten Beitrag von Dr. Eva Stumpfegger, Dozentin an der Munic Business School und verschiedenen Universitäten, ging es um interkulturelle Kommunikation und wie Missverständnisse vermieden werden können.

 

Sie machte deutlich, dass man trotz kultureller Unterschiede den Anderen nicht über seine Herkunft definieren soll. Auch z.B. beim Islam handelt es sich nicht um einen einheitlichen Kulturkreis: Rechtssprechung, Bräuche und der Umgang miteinander unterscheiden sich von Land zu Land.

 

Tatsächlich vorhandene Unterschiede müssen aber deutlich angesprochen werden. Für die neu Ankommenden ist es wichtig zu wissen, dass alle Menschen grundsätzlich gleichwertig sind und die gleichen Rechte haben. Aber auch, was Pünktlichkeit in Deutschland bedeutet.

 

Den Besuchern, die bereits in der Flüchtlingshilfe aktiv sind, kamen einige von Dr. Stumpfeggers Beispielen über spezielle Verhaltensweisen sehr bekannt vor und sie konnten eigene Erfahrungen beizusteuern.

 

Abschließend berichtete Fabian Baur über die Arbeit des Helferkreis Karlsfeld, der seit August 2015 besteht und Beachtliches geleistet hat.

 

Die Helfer begleiten bei Arzt- und Behördenbesuchen und helfen bei der Übersetzung von Schriftstücken und bei der Lösung der zahlreichen Probleme. Sie versuchen möglichst oft in der Traglufthalle zu sein um Fragen zu beantworten und so den „Kümmerer“ des Landratsamtes zu entlasten.

 

Die Firma ARTDECO hat dem Helferkreis ein Lager für die Sachspenden überlassen, die Gemeinde übernimmt die Nebenkosten. Dieses Lager einzurichten erforderte viel Geschick und Arbeitseinsatz. Für die Sachspendenannahme, das Sortieren und Einlagern dieser Spenden und die anschließende Ausgabe von Winterkleidung, Sportsachen und Decken an die Flüchtlinge wurden unzählige Stunden aufgewendet.

 

Etwa 200 Flüchtlinge haben sich für die Deutschkurse angemeldet. Derzeit 15 Stunden Unterricht pro Woche werden von Laien durchgeführt und ersetzen keinen professionellen Deutschunterricht. Sie helfen aber den Flüchtlingen, sich im Alltag zurechtzufinden. Die Motivation bei den Lernenden ist sehr groß.

Über Verkehrsregeln und den Arbeitsmarkt fanden ebenfalls Kurse statt, weitere werden folgen.

 

Von einem Großteil der Flüchtlinge Angaben zu ihrer Ausbildung und ihren Kenntnissen aufgenommen, um die Suche nach Arbeits- und Ausbildungsplätze zu erleichtern.

 

Um die Langeweile der Schutzsuchenden zu mindern und sie mit dem Leben bei uns vertrauter zu machen, werden gemeinsame Unternehmungen wie Kochen oder der Besuch von Sportveranstaltungen und der Bücherei organisiert. Der TSV Karlsfeld bietet Kurse in Badminton, Judo und Fitness an.

Der Helferkreis versucht im Augenblick WLAN in der Traglufthalle zu organisieren. Das ist sehr wichtig für die Flüchtlinge, da es die einzige Möglichkeit ist, Kontakt mit der Familie zu halten. Außerdem können sie so Angebote wie Online-Sprachkurse nutzen.

 

Bei der Fülle an Aufgaben sind neue Helfer immer willkommen. Vorkenntnisse sind nicht nötig, das Spektrum an Möglichkeiten zur Mitarbeit ist groß. Interessierte können sich auf der Homepage www.hk-karlsfeld.de informieren. Dort wird auch bekannt gegeben, was aktuell an Sachspenden benötigt wird und wann diese angegeben werden können.

 

Für Dinge, die nicht durch Sachspenden abgedeckt werden können, werden Geldspenden benötigt. Die Spenden kommen zu 100 % den Flüchtlingen zugute und sind steuerlich absetzbar.

 

Die Bankverbindung lautet: Gemeinde Karlsfeld – Helferkreis Karlsfeld Asyl

IBAN: DE68 7005 1540 0280 5510 29

BIC: BYLADEM1DAH

Verwendungszweck: Flüchtlingshilfe Karlsfeld.

 

Bei Spenden an den Helferkreis gilt der Überweisungsträger als Spendenquittung, unabhängig vom Betrag.

 

 

Foto: Cyriakus Wimmer

 

 

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