Die Hoffnung bleibt: Zeeshan Haider will auf seiner Ausbildungsstelle bei Michael Gold bleiben

Die Hoffnung bleibt: Zeeshan Haider will auf seiner Ausbildungsstelle bei Michael Gold bleiben

Wenn es um Messebau, Werbemaßnahmen oder das Anbringen und Gestalten von Folien und Schildern geht, der ist bei dem Karlsfelder Betrieb „outsign“ von Michael Gold genau richtig. Vielleicht wird er dort neuerdings von einem jungen Pakistani, Zeeshan Haider bedient. Der Asylbewerber aus der Parzivalstraße macht dort eine Ausbildung zum Grafiker. Alles, was er dort lernt, macht ihm „sehr viel Spaß“, wie er sagt. „Ich habe eine Aufgabe und bin glücklich.“

 

Zeeshan Haider ist durch das Engagement des Helferkreises zu dieser Ausbildungsstelle gekommen. Petra Binsmaier und Heike Tempel bemühten sich schon länger, für „ihren“ Schützling eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Im Sommer ergab sich über den Wirtschaftsförderer im Karlsfelder Rathaus, Peter Freis, ein Kontakt mit Michael Gold, der auch Vorsitzender der Karlsfelder Werbegemeinschaft ist.

 

Daraufhin begann der Weg durch die Ämter: Landratsamt, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Agentur für Arbeit. Schließlich die Zusage: Zeeshan Haider kann – vorläufig – die Ausbildungsstelle antreten.

Sein Antrag auf Asyl allerdings wurde vorerst abgelehnt: Flüchtlinge aus Pakistan haben eine geringe Bleibeperspektive. Wann die endgültige gerichtliche Entscheidung über den Einspruch erfolgt, weiß niemand: „Das kann in einem Monat sein oder in einem Jahr“, so Michael Gold

 

Man darf aber die Hoffnung nicht aufgeben. Im Herbst 2016 folgte dann das Schreiben des Innenministers: Arbeit und Ausbildung nur noch für Asylbewerber aus Ländern mit hoher Bleibeperspektive. Michael Gold: „Da wollen sie arbeiten und werden gebraucht und dann sollen sie nutzlos herumsitzen und bekommen Geld vom Staat. Das ist ja auch unseres. Da fasst man sich an den Kopf. Ich mag gar nicht daran denken, wenn Zeeshan von heute auf morgen weg ist“.

 

Das muss er hoffentlich nicht befürchten, meinen Petra Binsmaier und Heike Tempel von der Gruppe „Arbeit“ im Helferkreis: „Es entspricht nicht geltendem Recht, dass Zeeshan – falls das Asylverfahren negativ endet – unmittelbar abgeschoben wird. Seine Ausbildung bei Michael Gold hat er ja schon vor dem ablehnenden Bescheid des BAMF begonnen. Er sollte damit unter die bundesweite 3+2 Duldung fallen. Danach bekommen Flüchtlinge während ihrer dreijährigen Ausbildung eine Duldung und für die zwei Jahre darauffolgenden Jahre ein Aufenthaltsrecht.

 

Und so geben Michael Gold und Zeeshan Haider die Hoffnung auf ein gutes Ende nicht auf. Und sie lassen sich ihre Freude an der gemeinsamen Arbeit auch weiterhin nicht nehmen.

 

 

 

Foto: Cyriakus Wimmer/Helferkreis Karlsfeld

 

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