Firmenbesuch Hotel Schwertfirm

Besuch Hotel SchwertfirmPeter Freis, Thomas Schwertfirm und Stefan Theil

Peter Freis, Thomas Schwertfirm und Stefan Theil

Hotel Schwertfirm

(Wi) Das Hotel Schwerfirm ist ein inhabergeführtes Garnihotel mit 71 Zimmern im Zentrum von Karlsfeld. In den vergangenen Jahren fanden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt. Grund genug für den neuen Finanz- und Wirtschaftsreferenten des Gemeinderates der Gemeinde Karlsfeld, Stefan Theil, dort mit Wirtschaftsförderer Peter Freis vorbeizuschauen und mit dem Inhaber Thomas Schwertfirm zu sprechen:

 

Theil/Freis (Wi): Herr Schwertfirm, was waren denn die wesentlichen Punkte der durchgeführten Renovierungsarbeiten?

 

Thomas Schwertfirm (TS): Wesentlicher Bestandteil war die Umgestaltung des Eingangsbereiches und der Umbau des Frühstücksraumes. Beide sind jetzt modern und hell gestaltet und entsprechen so wieder den aktuellen Anforderungen. Auch ein großer Teil der Zimmer wurde dem Zeitgeist entsprechend modernisiert und umgestaltet.

 

WI: Dann lassen Sie uns über den Corona-Lockdown sprechen, keine Branche war davon so schwer betroffen wie das Gastronomie- und Hotelgewerbe.

 

TS: Das ist richtig. Wir hatten in den vergangen Monaten Buchungsausfälle von 90-95 Prozent, da ja nur vereinzelt Geschäftsreisende unterwegs waren. Deshalb mussten wir unsere Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Großes Lob muss ich dabei den beteiligten Stellen und Behörden aussprechen. Die Maßnahmen bezüglich der Kurzarbeit wurden schnell und professionell abgewickelt. Wir finden die angebotenen staatlichen Angebote hilfreich, inwiefern diese auf die Länge der Krise ausreichen, sei dahingestellt. Alles in allem sind wir bisher gut zurechtgekommen.

 

WI: Wie verhalten sich Ihre Gäste? Merken Sie eine steigende Buchungszahl oder eine große Unsicherheit der Gäste bei Buchungen?

 

TS: Seit der Lockerung bzw. Aufhebung der Beschränkungen merken wir schon einen langsamen Anstieg der Buchungszahlen. Die Steigerungen halten sich aber im Rahmen, da derzeit ja noch keine Messen oder größere Veranstaltungen stattfinden dürfen. So hat z.B. die MAN, die traditionell viele auswärtige Mitarbeiter bei uns unterbringen, sämtliche Veranstaltungen bis Ende 2020 abgesagt.

 

WI: Gibt es denn ein spezielles Hygienekonzept für Ihre Gäste?

 

TS: In unserer Branche gelten ohnehin spezielle Regelungen und Hygienevorschriften, wie z.B. die Durchführung einer jährlichen Gesundheitsbelehrung. Diese wurde jetzt mit der „Corona-Belehrung“ aktualisiert. Jeder Mitarbeiter wurde an seinem ersten Arbeitstag mit den neuen Regelungen vertraut gemacht. Zudem wurden ausreichend Mund- und Atemschutzmasken ausgegeben und die nötigen Maßnahmen in der Praxis vorgeführt. Die Umsetzung ist sehr aufwendig, da sich die Maßnahmen laufend ändern und die Mitarbeiter natürlich immer die aktuellen Bestimmungen kennen und umsetzen müssen. Bestes Beispiel ist das Zusammenspiel der Abstands- und Mundschutzregeln, die sich schon diverse Male geändert haben. Auch die Hygieneregelungen zur Nutzung des Frühstücksraumes durch die Gäste ändern sich ständig. Zudem haben wir selbst manches umgestellt. Anstelle eines Frühstücksbuffets fragen wir den Gast am Vorabend, was er gerne zum Frühstück hätte, und servieren dies individuell. Auch bei der Abreise wird das genutzte Zimmer, um unsere Mittarbeiter zu schützen, zunächst nur gelüftet und die Bettwäsche abgezogen. Geputzt und desinfiziert wird dann erst einen Tag später.

 

WI: Haben die Gäste Verständnis für diese Maßnahmen und halten sie sich an diese Regeln?

 

TS: Die Gäste haben großes Verständnis, sind teilweise aber schon verwirrt. Dies liegt daran, dass die Hygieneregelung von Bundesland zu Bundesland variieren und immer wieder geändert werden. Schwieriger ist es mit der Umsetzung bei ausländischen Gästen. So haben wir z. B. einige österreichische Gäste, die hier mit einer Sondergenehmigung arbeiten und bei denen zu Hause die Maskenpflicht nicht mehr gilt. Da müssen wir dann schon das eine oder andere Mal -trotz der vielen Schilder - auf die hier geltenden Regeln aufmerksam machen. Dies wurde dann aber anstandslos von allen befolgt und wir mussten bisher noch niemand des Hauses verweisen.

 

WI: Wie stark trifft Sie eine Absage des diesjährigen Oktoberfestes in München? Das Oktoberfest war für die Buchungen sicherlich ein wichtiger Stützpfeiler.

 

TS: Die Absage des Oktoberfestes trifft uns weniger. Hier gibt es seit Jahren eine rückläufige Entwicklung. Früher kamen z. B. Gäste aus Italien von Freitag bis Montag, um das Oktoberfest zu besuchen. Später wurden die Zimmer nur noch für das Wochenende gebucht. Jetzt reisen die meisten Besucher erst am Samstag mit dem Bus an und fahren nach dem Besuch direkt nach Hause. Die Mehrzahl unserer Gäste besucht in München Messen und andere Großveranstaltungen und die finden derzeit auch noch nicht statt.

 

WI: Aktuell bieten Sie nun auch für Elektroautos drei Ladestationen mit an? Wie wird das neue Angebot angenommen?

 

TS: Das Angebot wird bisher eher weniger angenommen. Da ist durchaus noch Luft nach oben.

 

WI: Möchten Sie zum Abschluss noch etwas loswerden?

 

TS: Wie alle Karlsfelder Bürger und Gewerbetreibenden müssen auch wir uns den Herausforderungen der Pandemie stellen. Wir wünschen uns, dass wir als Gemeinde zusammenhalten und alle unbeschadet und gesund durch diese schwere Zeit kommen.

 

 

WI: Wir bedanken uns für das Gespräch und dass Sie sich dafür die Zeit genommen haben.

 

 

Foto: Wi

 

 

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