Die Umwelt, der Naturschutz und die Musik waren ihr Leben

Trauer um Claudia Schreiner

 

(KA) Freundlich, hilfsbereit und immer positiv eingestellt – so werden wir Claudia Schreiner, die nach einer langjährigen Krankheit in der Nacht auf den 10. Mai im Alter von 61 Jahren von uns gegangen ist, in Erinnerung behalten. Seit dem 01. Dezember 1991 war sie in der Gemeinde Karlsfeld im Bereich Umwelt im Bauamt tätig und hat in dieser Zeit vieles bewegt. Eingestellt wurde die Diplom-Biologin damals von Altbürgermeister Fritz Nustede. Sie wird den Kolleginnen und Kollegen sowohl als kompetente Expertin ihres Faches sowie menschlich sehr fehlen. Bürgermeister Stefan Kolbe erinnerte in der Gemeinderatssitzung im Mai an die beliebte Mitarbeiterin, die fast 30 Jahre der Gemeinde Karlsfeld treu war.

 

In den letzten drei Jahrzehnten nahm sich Claudia Schreiner vielen Projekten an: Die passionierte Biologin organisierte Umwelttage und baute das Agenda 21-System auf. Sie war Teil des Organisationsteams des beliebten Projektes „Aktion Sauberes Karlsfeld“. Neben den Vereinen hat sie Schulen und Kindergärten akquiriert, um an den Aufräumaktionen mitzuwirken. Bis zu 1.000 Kinder waren auf ihre Initiative hin aktiv. Die Grünanlagenpatenschaften lagen ihr sehr am Herzen, genauso wie der Verein Dachauer Moos e.V. In dem Verein fungierte Claudia Schreiner mehrere Jahre als Geschäftsführerin und hat die Arbeit von seiner Gründung 1995 bis zum Jahre 2008 entscheidend geprägt, und dabei wichtige Weichen für die Gegenwart gestellt.

 

Mit einer Machbarkeitsstudie und einem Gewässerpflegeplan sowie zahlreichen Publikationen und Veranstaltungen rückte sie Bayerns größtes Bayerndenkmal, den Dachau-Schleißheimer-Kanal, nach Jahrhunderten des Dornröschenschlafes in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Die von ihr gemeinsam mit dem unvergessenen Ulli Lamey (†) organisierte Restaurierung eines historischen Kanalabschnitts und die anschließende Präsentation des Kanalsystems mit 500 blauen Stangen im Rahmen der Münchner Bundesgartenschau 2005 war eines der wichtigsten Projekte in der 25-jährigen Vereinsgeschichte.

 

Unter ihrer Geschäftsführung wurde der Kalterbach an mehreren Abschnitten renaturiert. Bis heute gelten die Teilrenaturierungen als „best-practice-Beispiel“ von Artenhilfsmaßnahmen für die vom Aussterben bedrohte Helm-Azurjungfer. Damit wurde der Grundstein für zahlreiche Natur- und Artenschutzprojekte gelegt, die der Verein über die Jahre hinweg umsetzte.

 

Die Umweltaktivistin setze mit der Umweltbildung und Naturpädagogik neue Schwerpunkte in der Vereinstätigkeit. Sie schmiedete zusammen mit dem damaligen Vorsitzenden und Gründervater des Vereins, Bürgermeister a.D. Fritz Nustede, eine breite Allianz von Gönnern sowie ehrenamtlich Tätigen. So konnte im Jahre 2003 das von Wolfgang Girstenbräu angeregte Umwelthaus am Obergrashof mit einer biologischen Kläranlage, unter tatkräftigem Einsatz von Ulli Lamey (†) und Herbert Demmel (†) verwirklicht werden. Dank Claudia Schreiners Engagement konnten bis heute Tausende von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen an erlebnisreichen Projekttagen und Veranstaltungen im Umwelthaus und seiner Umgebung teilnehmen.

 

Ihre Arbeit war so erfolgreich, dass sich der Verein über sein ursprüngliches Gebiet bis in den Westen des Dachauer Mooses ausdehnen konnte.

 

Zudem hat Claudia Schreiner sich viele Jahre für die Bürgerstiftung engagiert. Sie wurde 2008, ausgehend von einer im „Sozialen Netzwerk Karlsfeld“ entstandenen Idee, im Sinne der Ziele der Agenda 21 errichtet und 2010 in die Stiftergemeinschaft der Sparkasse Dachau überführt. So kann Karlsfeld sozial, ökologisch und kulturell nachhaltig gefördert werden.

Die Herstellung von Ausgleichsflächen, u.a. das Vorzeigeprojekt Kollerweiher, die Biotoppflege sowie das Thema Blühflächen gehörten ebenfalls zu ihren Tätigkeitsfeldern. Zwischen Claudia Schreiner und dem Bund Naturschutz bestand eine enge Zusammenarbeit.

 

Mit großer Passion verfolgte die Biologin den Bereich Umweltpädagogik für Schulen und Kitas. Auf ihre Initiative hin entstand der Waldlehrpfad. Bei ihrem Herzensprojekt, dem „Zukunftswald Karlsfeld“ und den dortigen Pflanzaktionen scheute sie sich nicht, selbst ihre Gummistiefel anzuziehen, mit den Kindern Bäume zu pflanzen und in Begleitung des Försters den jungen Menschen das Thema Umwelt nahe zu bringen. Als Anerkennung, Wertschätzung und als Erinnerung an eine ganz besondere Kollegin, möchten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde Karlsfeld in dem Zukunftswald einen Baum für Claudia Schreiner pflanzen.

 

Denn die Biologin war sowohl im Berufs- als auch im Privatleben immer für jeden da und unterstützte, wo immer sie konnte. Viele Jahre hat sie sich hingebungsvoll um die Pflege ihrer Mutter gekümmert. Den Ausgleich fand sie in der Musik. Mit Leidenschaft spielte sie das Zupfinstrument 5-String Banjo, ihr Lieblingsstil: „Kentucky bluegrass“. Bluegrass ist eine der wichtigsten US-amerikanischen Volksmusikrichtungen und gehört zum breiten Genre der Country-Musik. Diese Passion teilte sie u.a. mit ihrem Kollegen Michael Schneider, mit dem sie oft gemeinsam spielte. Auf ihre mehrtägigen Musikreisen freute sich Claudia Schreiner immer besonders. „Will The Circle Be Unbroken“ von der Nitty Gritty Dirt Band war ihr Lieblingslied, das sie immer begleiten wird. In dem Text übersetzt heißt es: „Ein besseres Zuhause wartet im Himmel Herr, im Himmel“. Dort, wo unsere geschätzte Kollegin jetzt weiter musizieren wird.

 

Claudia Schreiner hinterlässt ihren Ehemann Wolfgang Vogler sowie eine große Lücke im Rathaus. Sie wird unvergessen bleiben.

 

 

Foto: Privat

 

 

                                                                                         *** Das Rathaus ist wieder geöffnet! ***

 

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wir möchten Sie hiermit informieren, dass das Rathaus seit dem 21. Juni 2021 wieder geöffnet ist.

 

Bitte beachten Sie, dass zur Einhaltung der Abstandsregeln ein Besuch im Einwohnermeldeamt sowie im Wohnungsamt nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich ist. Weitere Informationen und die Kontaktdaten entnehmen Sie bitte untenstehendem Anhang. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis! 

 

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