Thema: Asylbewerberunterbringung - Große Hilfsbereitschaft in Karlsfeld

Info-Veranstaltung Asyl 18.08.2015

Volles Haus: Mehr als 350 Besucher nahmen am Info-Abend im Bürgehaus teil

Mit so einem großen Andrang hat niemand gerechnet. Selbst Landrat Stefan Löwl war erstaunt über die über 350 Besucher der Auftakt-Infoveranstaltung „Asylbewerber“ der Gemeinde Karlsfeld. Die Bürgerinnen und Bürger sind interessiert, denn bereits im September kommen die ersten 300 Asylbewerber, die in einer Traglufthalle im Gewerbegebiet untergebracht werden. Anfang nächsten Jahres folgen weitere 200 Flüchtlinge, die in Holzbauten am Heizkraftwerk wohnen werden. An dem Abend wurde vor allem deutlich: Die Menschen wollen den Flüchtlingen helfen. Fremdenfeindliche Äußerungen gab es nicht.

 

Bei seiner Begrüßung betonte Bürgermeister Stefan Kolbe „wir wollen die Menschen bei uns würdig aufnehmen und ihnen als gute Gastgeber ein vernünftiges Leben ermöglichen. Gemeinsam können wir das schaffen“. In Kürze soll ein Asyl-Helferkreis gebildet werden. An dem Abend haben bereits 40 Personen das ausgelegte Kontaktformular ausgefüllt und somit ihre Bereitschaft zur Mithilfe bekundet. 75 Formulare wurden mitgenommen und es kommen täglich mehrere Bögen im Rathaus an.

 

Landrat Stefan Löwl zeigte sich begeistert von der hohen Anzahl der interessierten Besucher, die er so bei seinen anderen Veranstaltungen im Landkreis nicht gesehen hat. Löwl steht vor einer großen Aufgabe, denn bis Ende des Jahres sollen im Landkreis Dachau voraussichtlich 1500 Flüchtlinge untergebracht werden. Löwl verwies auf den Artikel 6 des Grundgesetzes, in dem die Aufnahme von Flüchtlingen festgeschrieben ist. In Karlsfeld wird eine winterfeste Traglufthalle, die Platz für 300 Flüchtlinge hat, im Gewerbegebiet Ottostraße / Einsteinstraße aufgestellt. Ab 23. September werden die Asylbewerber, die jetzt in der Berufsschulturnhalle Dachau untergebracht sind, in das Tragluftzelt umziehen. In der Halle befinden sich Büros für den Hausverwalter und die Mitarbeiter der Caritas. Zudem wird rund um die Uhr ein Sicherheitsdienst vor Ort sein.

 

Die Traglufthalle soll ausschließlich von männlichen Asylbewerbern aus Schwarzafrika bezogen werden. Voraussichtlich am Sonntag, 20. September, wird es einen „Tag der offenen Tür“ geben, an dem die Karlsfelder die Notunterkunft zwischen 17 und 19 Uhr besichtigen können.

 

Bedenken gab es bei den Bürgerinnen und Bürgern, vor allem derer, die in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen. Björn Scheid von der Polizeiinspektion Dachau dazu: „Bisher gab es im Landkreis keine nennenswerten Straftaten von Asylbewerbern, auch nicht gegen Asylbewerber oder Unterkünfte“. Zudem soll es in Karlsfeld eine „feste Asylunterkunft“ zwischen Heizkraftwerk und Lidl geben, die Anfang 2016 fertiggestellt sein wird. Die vier Holzhäuser mit zwei Stockwerken, in je acht Wohneinheiten für sechs Personen eingeteilt, bieten Platz für 186 Menschen.

 

Auf der dreistündigen Veranstaltung gab es zahlreiche Fragen und Anregungen. So regte Bernd Fliegenschuh an, auf die Erfahrungen bereits bestehender Helferkreise zurückzugreifen.

 

Wer sich einem solchen Helferkreis in Karlsfeld anschließen möchte, kann sich an die Gemeinde Karlsfeld wenden oder den Kontaktbogen online unter www.karlsfeld.de ausfüllen.

 

Weitere Infos zum Helferkreis und zur Asylbewerberunterbringung finden Sie unter www.asyl-landkreis-dachau.de.

 

Foto: KA

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