Um bei der weiteren Entwicklung des zentralen Karlsfelder Bereichs gut beraten zu sein und im Laufe des Prozesses entstehende Abweichungen von den ursprünglichen Zielen zu vermeiden, hat sich die Gemeinde Karlsfeld für den weiteren Planungsprozess nun zusätzliche professionelle Hilfe geholt.

Projekt "Brückenschlag" - Karlsfeld soll sinnvoll weiterwachsen

(WiF) In einer ersten Bürgerbeteiligungsrunde wird es dazu am Samstag, 20. Oktober 2018 (9.00 bis ca. 13.30 Uhr) in der Grundschule an der Krenmoosstraße einen Bürgerworkshop geben, von der sich der Gemeinderat und die Verwaltung eine große Resonanz bei den Karlsfeldern erhoffen. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden alle bisherigen Überlegungen der Gemeinde und des Investors vorgestellt.

Brückenschlag - Lageplan

Ein weiterer Teil im zentralen Bereich Karlsfelds wird jetzt entwickelt (Abb.1).

Anders als die meisten Städte und Gemeinden entwickelt sich Karlsfeld nicht von einem „Ur-Zentrum“ von“ innen nach außen“. Der Entstehung und historischen Entwicklung geschuldet, verdichten sich erst jetzt, nach über zweihundert Jahren einzelne Straßenzüge und Ortsteile zu einem gemeinsamen Zentrum. Dies ist durch die gegebene verkehrsbedingte „Dreiteilung“ (Bahnlinie und B304 „durchschneiden“ jeweils den Ort) alles andere als eine Routineaufgabe für Stadtplaner. Gerade in jüngster Zeit bei der (Teil-)Fertigstellung der „Neuen Mitte“ war dies deutlich zu beobachten. Weitere „Zentrumsteile“ die aufgrund ihrer Lage nicht immer zu einer Einheit zusammengefasst werden können, warten nun auf Ihre Entwicklung. Zudem soll dies immer unter dem Gesichtspunkt eines maßvollen Wachstums geschehen.

 

Bereits in den 90er Jahren gab es Überlegungen für einen „Brückenschlag“, die Erweiterung des Karlsfelder Zentrums, auf der westlichen Seite der Münchner Straße (B304) in Höhe der Gartenstraße. Die von der Gemeinde Karlsfeld in Auftrag gegebenen Planungen der Städteplaner topos dazu aus den Jahren 2007/2008 gingen in die 2012 erfolgte Änderung des Flächennutzungsplanes ein. Im Jahr 2013 wurde die von der Gemeinde Karlsfeld verhängte Veränderungssperre für den ca. 40.000 qm großen Bereich „westlich der Münchner Straße, nördlich des Heizkraftwerkes, entlang der Nibelungenstraße“ (siehe Abb.) vom Verwaltungsgericht München aufgehoben. Faktisch besteht das Recht, einen 800 qm großen Supermarkt mit ebenerdigen Parkplätzen in dem abgebildeten Bereich zu errichten. Dies hätte die weitere Ortsplanung der Gemeinde westlich der Münchner Straße (Verbindung Nibelungenstraße, Verlängerung Gartenstraße) praktisch zunichte gemacht.

 

Daraufhin wurde versucht Lösungen zu finden, die den gemeindlichen Anforderungen gerecht werden und für alle Beteiligten tragfähig sind. Dabei hatte die Gemeinde Karlsfeld auch die Empfehlung des Bürgerdialogs „Gewerbeentwicklung in Karlsfeld“ zu berücksichtigen. Im Jahre 2015 empfahl dieses Gremium , bei den weiteren Planungen in diesem zentralen Bereich auch nichtstörendes Gewerbe unterzubringen (s. Dokumente dazu auf der Homepage der Gemeinde Karlsfeld unter Wirtschaft & Gewerbe – Gewerbeentwicklung in Karlsfeld). Nachdem eine Basis für alle Anforderungen gefunden war, erfolgte am 15.12.2016 ein Aufstellungsbeschluss im Gemeinderat (Protokoll siehe Homepage der Gemeinde Karlsfeld unter Gemeinde & Politik/Gemeinderat/Berichte Gemeinderat/Gemeinderatssitzung Nr.013, 15.12.2016; Top5). Dieser war einstimmig und wurde von allen Fraktionen mitgetragen. Der Aufstellungsbeschluss ist auf der Homepage der Gemeinde Karlsfeld unter Bürgerservice/Bauleitpläne (in Aufstellung)/Auflistung der in Aufstellung befindlichen Bauleitpläne im Gemeindegebiet Karlsfeld/Bebauungsplan Nr. 90 B veröffentlicht.

 

Brückenschlag - Planskizze (Abb. 2)In mehreren Baufeldern sollen hier Gewerbeflächen und Wohnungen entstehen (s. Abb.). Einig war man sich insbesondere auch darin, dass zuerst der Abschnitt mit den gewerblichen Nutzungen vorrangig zu behandeln ist. Des Weiteren wird bei diesem Projekt auch erstmals die Karlsfelder „SoBoN“ angewendet.

 

Brückenschlag - Funktionsskizze (Abb.3)Basierend auf diesen Rahmenbedingungen gab es in der folgenden Zeit Gespräche mit allen Beteiligten über die weitere Vorgehensweise und deren Vorstellungen. Die Beratungen erfolgten, wie allerorts üblich, zunächst in nichtöffentlicher Sitzung im Gemeinderat. In den weiteren Planungsprozess wird nun auch die Öffentlichkeit mit eingebunden.

 

Um im laufenden Verfahren Ungenauigkeiten und Missverständnisse bei anstehenden Realisierungen zu vermeiden, hat die Gemeinde Karlsfeld für den weiteren Prozess die Firma cima zur Unterstützung beauftragt. Cima wird ab sofort die weitere Entwicklung begleiten.

 

Wer ist die cima? Was macht die cima?

Die cima ist seit 1988 ein unabhängiges Kommunalberatungsunternehmen. Sie befasst sich mit der Funktionsfähigkeit und Zukunftssicherheit von Kommunen aller Größenordnungen und im gesamten deutschsprachigen Raum. Stärken der cima sind Kommunikation und Kooperation an der Schnittstelle von öffentlicher Hand, privater Wirtschaft und den aktiven Teilen der Stadtgesellschaft. Als Koordinator öffentlicher und privater Interessen ist sie ein methodensicherer Partner für Karlsfeld. Gemeinsam mit allen Beteiligten werden Ortsentwicklungslösungen erstellt, die sowohl im gemeindlichen Sinne tragfähig (politisch als auch in der Bürgerschaft), als auch funktionsfähig und damit durch private Hand umsetzbar sind. Als Vermittler und Gutachter agiert die cima neutral und überparteilich. Die Gemeinde Karlsfeld wurde bereits 2009 im Rahmen der Erstellung eines Einzelhandelskonzeptes von der cima unterstützt.

 

Folgende Aufgaben hat die cima in diesem Projekt zu bewerkstelligen:

 

  • Bewerten des bisherigen Sachstandes der Planungen und Entwickeln eines interaktiven Beteiligungsprozesses.
  • Formulieren der gemeindlichen Zielvorstellungen für das Projekt (zusammen mit der Verwaltungsspitze und den politischen Gremien) und Überwachung der Realisierung.
  • Koordinieren der Kommunikation an der Schnittstelle zwischen Gemeinde und Vorhabensträger sowie fachliche Abstimmung.
  • Die cima ist der Partner des Gemeinde. Gegenüber dem Vorhabensträger bringt sie ihre fachliche Expertise zur Bewertung des Nutzungskonzeptes ein.
  • Sie bindet Verwaltung und Politik prozessbegleitend in Arbeitsrunden ein. Zu diesen Runden wird teils auch der Investor mit seinen Partnern (Planer, Fachgutachter, Betreiber etc.) eingebunden.
  • Sie organisiert einen 2-stufigen Bürgerbeteiligungsprozess, der begleitend zum Bauleitplanverfahren stattfindet. Die Erkenntnisse aus der Beteiligung werden fachlich bewertet und nach Abwägung mit den Gremien in den Bauleitplanprozess eingebracht.
  • Die cima trägt so zu optimaler Funktions- und Gestaltqualität für die Gemeindeentwicklung bei.
  • Im Ergebnis soll unter sehr guter Bürgerbeteiligung hoher politischer Konsens entstehen, der gleichzeitig für den Investor als wirtschaftlich tragfähig und damit umsetzbar gestaltet wird.
  • Durch Beteiligung der cima soll für alle Seiten Planungs- und Verfahrenssicherheit entstehen.

 

In der Sitzung am 26.07.2018 hat der Gemeinderat beschlossen, das Bebauungsplanverfahren auf der Basis des vorgelegten Planungskonzeptes einzuleiten. Derzeit wird die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger von der cima vorbereitet.

 

In einem ersten Schritt wird es dazu am

 

Samstag, 20. Oktober 2018 (9.00 bis ca. 13.30 Uhr) in der Grundschule an der Krenmoosstraße

 

einen Bürgerworkshop geben, von der sich der Gemeinderat und die Verwaltung eine große Resonanz bei den Karlsfeldern erhoffen. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden alle bisherigen Überlegungen der Gemeinde und des Investors vorgestellt. Die Bürgerinnen und Bürger haben anschließend die Möglichkeit, ihre Wünsche und Anregungen in das laufende Verfahren einzubringen. Zudem sind Fachleute und Beteiligte vor Ort, die Fragen zu allen Belangen beantworten werden.

 

Wir laden Sie ein, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen und Karlsfeld gemeinsam mit uns weiterzuentwickeln.

 

Weitere Infos zum Thema finden Sie auch hier.

 

 

 

 

 

 

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