Musik am Nachmittag 2018 – ein Dankeschön an die Karlsfelder Senioren: Gelungener Klassik-Nachmittag mit hochkarätiger Besetzung

Musik am Nachmittag – ein Dankeschön an die Karlsfelder Senioren: Gelungener Klassik-Nachmittag mit hochkarätiger Besetzung

Sopranistin Corinna Ruba und Tenor Santiago Sánchez verzauberten das Publikum.

(KA) „Europa Galante“: Vom Singen, Tanzen, Weinen und Lachen. So hieß das diesjährige bunt zusammengestellte Programm der Veranstaltung „Musik am Nachmittag“ für Karlsfelder Senioren. Ein vollbesetzter Bürgerhaussaal mit rund 430 Besuchern und eine heitere ausgelassene Stimmung zeigten, dass dieses Dankeschön an die ältere Generation gerne angenommen wird und inzwischen zur festen Institution geworden ist.

 

Zu Beginn der Veranstaltung richtete Stefan Handl, 2. Bürgermeister der Gemeinde Karlsfeld - in Vertretung von Schirmherr 1. Bürgermeister Stefan Kolbe - einige Worte an die Besucher, bedankte sich bei der Internationalen Stiftung zur Foerderung von Kultur und Zivilisation, „ohne die es diese Veranstaltung nicht geben würde“, wie Stefan Handl betonte und dem Seniorenbeirat, der mit großer Tat den Musiknachmittag mitveranstaltet hat. „Mit dieser alljährlichen Veranstaltung wollen wir unsere Dankbarkeit an die Senioren aussprechen, da wir sie schätzen und mit dieser Einladung ein Stück weit zurückgeben wollen“, so Handl. Nach der anschließenden Begrüßung durch den Seniorenbeiratsvorsitzenden Heinz-Peter Wilhelm kam das Publikum in den Genuss von „Europa Galante“, einer bunten Mischung aus hochvirtuoser Instrumentalmusik und schwelgerischen Opernarien.

 

Wie gewohnt führte der musikalische Leiter Johannes Erkes durch den Nachmittag und erzählte zu jedem Stück des gut ausgewählten Programms eine kleine Geschichte auf seine humorvolle und mitreißende Art. Gleich zum Auftakt wurde „gemeinsam angestoßen“ mit „Brindisi“ aus der Oper „La Traviata“ von Giuseppe Verdi. Die stimmgewaltigen Künstler, Sopranistin Corinna Ruba und Tenor Santiago Sánchez konnten bereits im ersten Stück ihr Können zeigen. Sánchez wurde in Uruguay geboren und wuchs in Spanien auf, wo er seine musikalische Karriere begann: Dort studierte er Klavier und Gesang, seit 2014 ist er am Mozarteum in Salzburg in der Klasse von Prof. Mario Diaz. Corinna Ruba absolvierte ihr Gesangsstudium an der renommierten Universität Mozarteum Salzburg, um es später bei Renata Scotto in Rom und Yelda Kodalli in Wien zu vertiefen.

 

Das vergnügliche und klassische Klavierstück „Allegro“ von Muzio Clementi wurde von Georg Roters am Klavier vorgetragen. Er erteilt Violin-, Viola-, Klavier- und Alexandertechnik-Unterricht im Raum München für alle Altersstufen und ist ein Meister am Klavier. Beeindruckend das Stück „Andante & Allegro“ von Giuseppe Tartini, das für Anton Roters an der Geige „gerade schwer genug war“. Er begann bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Geigenunterricht und nahm bereits erfolgreich an zahlreichen Wettbewerben teil.

 

Corinna Ruba präsentierte „Il bacio“ – der Kuss – von Luigi Arditi auf faszinierende Weise. Gute Stimmung kam auf, als das Publikum gebeten wurde, gemeinsam das Volkslied von Robert Schumann „Wenn ich ein Vöglein wär‘“ zu singen - und wirklich alle machten mit. Sogar Johannes Erkes war mit einem Lächeln von den Gesangskünsten der Besucher beeindruckt, hielt es jedoch für eine gute Idee, das Stück nochmal von den Profis vortragen zu lassen.

 

Bei dem Stück „Passacaglia“ von Johan Halvorsen duellierten sich Erkes und Roters an den Geigen. „Mal sehen, wer zuerst fertig ist“, scherzte Johannes Erkes. Mit „Funiculi, Funicula“ von Luigi Denza begann das Zeitalter der Werbung. Bei dem vergnüglichen Titel klatschten alle kräftig mit. Danach ging es in die Pause mit kostenlos serviertem Kaffee und Kuchen.

 

Der zweite Teil begann wieder mit einem gemeinsamen Singen mit dem Publikum zu „Der Mai ist gekommen“, fortgeführt von Corinna Rubas Solo mit Robert Schumanns „Im wunderschönen Mai“. Georg Roters am Klavier beeindruckte mit seinem Walzer von Chopin und die beiden Sänger sorgten mit ihrem Duett „Caro Elisier“ aus der Oper „L’elisir d’amore“ von Gaetano Donizetti für Lacher. Mit einem Liebestrank versucht ein junger Mann, seine Angebetete für sich zu gewinnen. Dass dieser Liebestrank in Bayern aus einer Bierflasche kommt, ist dabei ganz normal und sorgte für die lustigste Einlage an diesem Nachmittag.

 

Eine richtig schwere Aufgabe hatte Geiger Anton Roters. Er trat in die Fußstapfen des so genannten Teufelsgeigers Nicolo Paganini zu „Capriccio No 5“ und meisterte die Herausforderung mit Bravour. Dafür bekam er einen tobenden Applaus. Gefeiert wurden auch das Solo von Ruba zu „Ganymed“ von Franz Schubert, begleitet vom Klavier, die Darbietung „Granada“ von Augustin Lara mit Erkes an der Geige, Georg Roters am Klavier und Tenor Sánchez, wofür sie einen großen Beifall erhielten. Genauso gut kamen an „Rondo Ungarese“ von Carl Maria von Weber, gespielt von Johannes Erkes und Georg Roters und das Solo von Sánchez zu „lunge da lei“ aus der Oper „La traviata“ von Giuseppe Verdi. Zum Abschluss des Programms gab es „etwas fürs Herz“. Zu „Lippen schweigen …“ aus der Operette „Die lustige Witwe“ wurden Walzer getanzt, die beiden Sänger gaben nochmals ihr bestes und auch das Publikum summte fleißig mit. Natürlich durfte an so einem Nachmittag eine Zugabe nicht fehlen.

 

Am Ende der Vorstellung überreichte der Seniorenbeirat den Künstlern und Organisatoren Blumen, bedankte sich bei der Sparkasse für die Spende und sieht schon jetzt der Veranstaltung im nächsten Jahr mit Freude entgegen, denn „Karlsfeld ist immer ein schönes Erlebnis“, wie auch Johannes Erkes jedes Jahr wieder feststellt.

 

Foto: KA

 

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