Lernen und klüger werden: Ein Computerkurs für junge Geflüchtete

Lernen und klüger werden: Ein Computerkurs für junge Geflüchtete

Ebenso stolz wie klug hielten die sieben Flüchtlinge ihr Zertifikat in den Händen. Sie hatten elf Wochen lang an einem Computerkurs teilgenommen, den der Helferkreis Karlsfeld in Kooperation mit dem Unternehmen STMicroelectronics angeboten hat. Sie lernten Grundlagen der Textverarbeitung, Tabellen erstellen, das Internet sinnvoll nutzen, E-Mails schreiben und versenden. Sie erfuhren, wie wichtig Regeln für die Sicherheit im Netz sind. Insgesamt 8 Lektionen waren es. Das Karlsfelder Helferkreis Team hängte noch zwei Lektionen an: Ein Tipptraining, um das Schreiben mit zehn Fingern kennenzulernen, statt des Zwei-Finger-Suchsystems. Und einen Tag noch für das Schreiben von Bewerbungen und ihres Tabellarischen Lebenslaufs. Abschließend, am letzten Tag des Kurses, haben die Schüler einen kleinen Online-Test absolviert, den alle erfolgreich bestanden haben.

 

STMicroelectronics ist ein führendes Halbleiterunternehmen, das Microchips entwirft, herstellt und vermarktet. Die sehr dünnen und kleinen Mikrochips führen Millionen von Aktionen pro Sekunde aus und bringen Computer und Handys zum Laufen. Um seiner sozialen Verantwortung nach zu kommen, gründete das Unternehmen 2001 Die „STMicroelectronics Foundation“. Diese Stiftung hat das Ziel, benachteiligte Bevölkerungsgruppen weltweit im Umgang mit moderner Wissenschaft und Technologie zu fördern. Mit einem besonderen Schulungsprogramm und der dafür nötigen Technik unterstützt STFoundation Gruppen, die bisher wenig Berührungspunkte zu Computertechnik und zum Internet haben.

 

Das kam jetzt auch den Karlsfeldern zugute. Ein Team mit Horst Bokelmann, Ramona Freis und Barbara Pscherer, eigentlich keine Computer-Lehrer, arbeitete sich selbst in die Kunst der Vermittlung ein. Unterstützt wurden sie von weiteren Helfern aus dem Karlsfelder HK, die sich bei den Lektionen neben den Schülern platzierten und direkt Unterstützung gaben. „Es hat allen einen Riesenspaß gemacht“, so Horst Bokelmann vom Helferkreis. Die Schüler hatten besonderen Spaß an den zwei kleinen Online-Schatzsuchen, die die Lektion „Suchen im Internet“ beinhaltete. Es wurden Aufgaben gestellt, wie zum Beispiel „suche die Bevölkerungszahl von Zimbabwe“ oder „suche ein Bild der Kapverdischen Inseln“ und „schicke dein Ergebnis per mail an den Übungsleiter“. Da wurde schon mal gespickt, was der Nachbar gefunden hat, viel gelacht und die zeitliche Vorgabe von 30 Minuten gerne mit besonderen Ausreden verlängert.

 

Auch der Unterstützer bei STFoundation, Karl-Heinz Kremp, freute sich über die gelungene Aktion. Er könne sich auch vorstellen, dieses Modell, wie es in Karlsfeld stattgefunden hat, weiteren Helferkreisen anzubieten. Am meisten aber profitierten die sieben Flüchtlinge aus dem Senegal, aus Tschetschenien und Nigeria.

 

Foto: Helferkreis Karlsfeld

 

 

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