Kinoabend in den Ferien

Kinoabend in den Ferien

Evi Wimmer am Popcornherd.

„Die Kleinen kommen nach vorne, deshalb sollen wir auch die Kinderstühle ganz vorne aufstellen.“ Das sagt Gahzal, große sieben Jahre alt aus Afghanistan. Sie kommt jetzt in die erste Klasse und spricht prima deutsch. Heute hilft sie mit, alles für den Kinoabend in der Flüchtlingsunterkunft an Parzivalstraße vorzubereiten. Im Schulungsraum müssen die Arbeitstische an die Seite gestellt und die Stühle für die Großen wie im richtigen Kinosaal in Reih und Glied gestellt werden. Es rumpelt und pumpelt. Außer Gahzal schieben und rücken noch Samad, acht Jahre und seine Schwester Samina, neun, aus Tschechenien mit. Auch Mohammad aus dem Senegal hilft kräftig mit.

 

In der Pause gibt es noch Popcorn, süß oder salzig. Es ist immer ein ziemlicher Aufwand. Hinterher noch aufräumen. Da sind dann erwachsene Helfer gefragt. Evi Wimmer vom Helferkreis bietet diese Abend gerne an: „Trotzdem ist es wie immer sehr schön, ich liebe diese Abende. Die Kinder sind ein paar Stunden beschäftigt, sie haben ja sonst keine Ferienangebote. Und als ich letzte Woche das Plakat mitgenommen habe, weil ich den nächsten Termin eintragen wollten, hatten sie Panik, dass es keine Filme mehr gibt.“

 

Aber es gibt einen Film. Und was für einen. „Der König von Narnia“, ein Disney-Fantasie Epos, das im tiefsten Winter startet und von Gut und Böse, von Schuld und Heldentum und von mutigen Kindern handelt. Sprechende Biber, ein guter Löwe, mit der sonoren Stimme von Thomas Fritsch, die böse Schneehexe Jadis und die Spannung: Wer siegt? Die rund zwanzig Kinder lauschen und gucken gespannt. „Psst, sei doch still“, zischen sie, wenn die ganz Kleinen unruhig werden. Eine zappelige Dreijährige wird von ihrem fünfzehnjährigen Bruder kurzerhand unterm Arm genommen und zur Mama gebracht. Und dann das Unfassbare: Der Löwe Aslan stirbt. „Jetzt ist sie tot“. „Er ist tot!“ kommt prompt die Korrektur: „Der ist ein Junge.“ Natürlich wird er wieder zum Leben erweckt. Das Gute siegt, alles ist bestens, wie im richtigen Leben. Großes Erleichterungsgeschrei. Jetzt darf man es rauslassen.

 

Foto: Helferkreis Karlsfeld

 

 

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