Karlsfeld wird politische Gemeinde

Mit der stetigen Entwicklung wurde auch der Wunsch nach Gründung einer selbständigen Gemeinde immer lauter aber es war ein zähes Ringen, bis schließlich am 1. April 1939 die politische Gemeinde Karlsfeld gegründet wurde.

 

Bis ins Jahr 1869 gehen Bestrebungen Karlsfelder Bürger zurück, eine von der Verwaltung Augustenfeld unabhängige Gemeinde zu bilden. Und es sollten mehr als 60 Jahre vergehen, bis eine Trennung der Vermögensverwaltung und das Herausnehmen der Gemeindejagd von Augustenfeld ausgesprochen wurde.

 

1934 hatte sich die finanzielle Lage Augustenfelds so zugespitzt, dass sie zur Notstandsgemeinde erklärt wurde. Fünf Jahre später verfügte Franz Epp, Reichsstatthalter von Bayern, die Eingemeindung Augustenfelds zur Stadt Dachau. Dabei wurde Augstenfeld in zwei Hälften geteilt: Die Ortsteile Ober- und Unteraugustenfeld mit dem Gut Obergrashof kamen zu Dachau. Die Restgemeinde mit der Rothschwaige, der Waldschwaige und der Untermoosschwaige erhielt nach ihrer größten Ortschaft den Namen KARLSFELD.

 

Damit ist Karlsfeld die jüngste und nach der Großen Kreisstadt Dachau die größte politische Gemeinde im Landkreis Dachau. Erster Bürgermeister der politischen Gemeinde Karlsfeld war der Landwirt Alois Ludl, der das Amt bis 1945 ausübte.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Anwesen Nummer 12 von Ignaz und Anna Ludl mit der Ludl-KapelleNur wenige Höfe standen 1901 an der Münchner Straße, die damals noch unbefestigt war. Hier das Anwesen Nummer 12 von Ignaz und Anna Ludl mit der "Ludl-Kapelle". Das Kirchlein steht in dieser Form noch heute, es ist das einzige denkmalgeschützte Gebäude Karlsfelds.

 

 

 

 

 

 

 

Grossansicht in neuem Fenster: Haus Nummer 7mit dem Namen ZweibrückDas Haus Nummer 7 trägt den Namen "Zweibrück". Hier lebte die einzige Familie, die aus der Rheinpfalz stammte. 14 Tagwerk Grund schlossen sich in nördlicher Richtung an, ebenso wie auch bei den anderen Häusern aus den Gründerjahren. Der Grundriss des Hauses wurde bis auf den heutigen Tag nicht verändert.

 

Nach ihrer Gründung fehlten in der Gemeinde Karlsfeld jegliche kommunale Einrichtungen, es gab weder ein Rathaus, ein Wasserwerk noch eine Schule, keine Post, keine Kirche und keinen Friedhof. In der Rothschwaige befand sich die "Gemeindekanzlei".

 

 

 

Grossansicht in neuem Fenster: Freisanwesen nach 1952So sah das Freisanwesen nach 1952 aus. Etwa um 1930 war es um einen Anbau erweitert worden. Damals stand es noch frei. Nun ist im Hintergrund bereits die fertiggestellte Kirche St. Anna zu sehen, die 1952 errichtet und am 26. April 1953 geweiht wurde.

 

1939 wurde mit dem Bau der BMW-Flugmotorenwerke (heute MAN und MTU) auf den angrenzenden Flächen des nach München eingemeindeten Ortes Ludwigsfeld begonnen. Karlsfelder Bauern, die dort Gründe und Waldanteile hatten, wurden kurzerhand enteignet.

1940 erteilte die Reichsbahn den Auftrag, aus den landwirtschaftlichen Flächen am heutigen Karlsfelder See Kies für den Rangierbahnhof in Moosach zu entnehmen. Aus dieser Kiesgrube entstand der Karlsfelder See, der heute ein im weiten Umkreis beliebtes Erholungsgebiet geworden ist.

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