Eröffnung „Welt-Friedenspfad“ am Karlsfelder See: Viele Gefühle, viele Interessierte, ein großartiges Erlebnis

Eröffnung „Welt-Friedenspfad“ am Karlsfelder See: Viele Gefühle, viele Interessierte, ein großartiges Erlebnis

Wenn etwas gut gelingt, dann passt einfach alles: Die Stimmung war wunderbar heiter-gelöst, die Musik der Combo aus dem Integrationsprojekt „Samba“ der Caritas ging in die Beine und in die Hände, die Gäste waren international von China über Russland, dem Kongo oder Peru oder aus Karlsfeld, die Wiese fürs Picknick trocken, das Buffet mit Süßem und Herzhaften köstlich – Herz, was willst du mehr. Vor allem aber: Die Botschaft von Frieden und Verständigung war nicht abstrakt-theoretisch, sondern körperlich spürbar. Studierende aus den verschiedensten Ländern und Flüchtlinge aus Karlsfeld haben ihre gemeinsam geschaffenen Gedichte vorgetragenen und berührend gezeigt, wie gut sie sich verstehen.

 

Das Projekt Global Peace Path – Weltfriedenspfad ist eine Kooperation zwischen der Universität München, Geflüchteten und dem Helferkreis Karlsfeld. Die Idee dazu hatte Dr. Petra Rauschert aus Karlsfeld. Sie ist Dozentin am Lehrstuhl für Englischdidaktik an der Ludwig - Maximilian-Universität und hatte auch die Projektleitung, gemeinsam mit ihrer Kollegin Claudia Owczarek.

 

Ob überhaupt jemand mitmachen würde von den Flüchtlingen in Karlsfeld, war lange Zeit unsicher. Gesucht wurden junge Leute, die zusammen mit Studiereden aus aller Welt Gedichte schreiben sollten. Ob es nicht etwas einfacher ginge, fragten die Mitglieder des Helferkreises Petra Rauschert, als sie im Dezember ihre Idee vorstellte. Aber da hatten sie das Durchhaltevermögen und die Energie von Frau Rauschert noch nicht kennengelernt. Gemeinsam mit Helfern schaffte sie es, 19 Flüchtlinge zu motivieren, an zwei Workshops mit 23 Studierenden zusammen zu arbeiten. „Am Anfang gab es gemischte Gefühle auf beiden Seiten: Wie sind die anderen so?“ Aber schnell entstand eine lockere, freundschaftliche Atmosphäre. Zu Dritt verfassten sie kleine Texte. Sie mussten sich in zwölf Sprachen verständigen. Entstanden sind Gedichte wie dieses: „Der einzige Weg. Krieg entsteht durch Angst. /Angst entsteht durch Schmerz. /Schmerz entsteht durch Grausamkeit. Der einzige Weg, /diesen Sog zu überwinden, /ist unseren Weg zu Harmonie, /Vertrauen /und Frieden zu finden“. Verfasst haben es Christian aus Deutschland, Khaldoun und Sabri aus Syrien und Sana aus Afghanistan.

Alle Gedichte wurden auf Englisch, Deutsch und in der jeweiligen Muttersprache gedruckt. Sie sind jetzt als Tafeln am Karlsfelder See aufgestellt. Michael Gold hat sie angefertigt, selbstverständlich zusammen mit seinem Mitarbeiter Zeeshan Haider aus Pakistan.

 

Petra Rauschert konnte sich bei vielen Unterstützenden bedanken. Auch beim „Gastgeber“ des Seegeländes, dem Geschäftsführer des Erholungsflächenvereins Jens Besentahl. Diesem Riesenprojekt sollen weitere Pfade folgen, Kontakte zu England, Indien und die USA sind geknüpft. „Ich freue mich, dass Karlsfeld nun der Nabel der Welt ist", sagte Bürgermeister Stefan Kolbe. Und Landrat Stefan Löwl lobte von Herzen das friedliche Zeichen, das hier gesetzt wurde. Als dann noch zum Schluss viele, viele Luftballons mit Friedensbotschaften in den Abendhimmel geschickt wurden, war allen warm ums Herz, trotz der kühlen Abendluft.

 

 

Foto: Cyriakus Wimmer / Helferkreis Karlsfeld

 

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