Ein Nachmittag zum Kennenlernen: Neue Unterkünfte in der Hochstraße finden großes Interesse

Ein Nachmittag zum Kennenlernen: Neue Unterkünfte in der Hochstraße finden großes Interesse

Bürgermeister Stefan Kolbe (l.) und Landrat Stefan Löwl (r.) zeigten sich erfreut über das große Interesse der Bevölkerung.

Als immer noch mehr Kuchen gebracht wurden und sie auf dem großen Tisch fast keinen Platz fanden, wurde es dem Organisationsteam des Helferkreises ein wenig mulmig: „Ob das wohl alles gegessen wird?“. Die Planung für diesen „Nachmittag der offenen Tür“ war mit vielen Fragezeichen versehen: Wer kommt? Wie viele werden es sein? Eine besondere Einladung im Briefkasten hatten die benachbarten Anwohner rund um die Osten- und Hochstraße sowie in der Schwarzhölzl-Siedlung bekommen. Und es kamen auch sehr viele aus diesem Bereich, um sich über die zweite kleine Siedlung für Asylsuchende zu informieren. Eine Musterwohnung, die noch nicht bewohnt ist, stieß auf großes Interesse. Jeweils sechs Personen teilen sich eine Wohnung, mit drei Zimmern, einer gemeinsamen Küche und einem Bad. „Das ist zweckmäßig und durch die Holzvertäfelung auch gemütlich“, fand eine Besucherin, „aber sie wohnen schon recht eng beieinander.“

 

Für die Flüchtlinge selbst ist diese Anlage „sehr gut“, wie Carl aus Sierra Leone mit seiner Tochter Fatima auf dem Arm betonte. Und auch der Helferkreis ist sehr zufrieden. „Gegenüber der Traglufthalle ist das hier ein menschenwürdiges Wohnen“, so Max Eckardt aus dem Koordinationsteam.

 

Für Landrat Stefan Löwl hat die Unterkunft „Modellcharakter“, ebenso wie die an der Parzivalstraße. „Es interessieren sich auch andere Gemeinden und Länder für diese Konzeption“, neulich war es eine Delegation von Studierenden aus Israel. „Und die Kosten liegen nicht einmal bei der Hälfte der Kosten einer Traglufthalle.“ Bürgermeister Stefan Kolbe begrüßte es, dass sich die Karlsfelder an diesem Nachmittag „ein eigenes Bild von der Anlage machen und vielleicht Vorurteile ausräumen können.“ Bei der Planung hatte es einige Proteste gegeben. „Davon war aber heute nichts zu spüren“, sagt Walter Gierlich. Es hätten sich auch Einige für eine Mitarbeit im Helferkreis interessiert, vor allem für die Hausaufgabenhilfe und den Deutschunterricht. Das sei ja schließlich auch ein Anliegen der Arbeitsgruppen gewesen, neue Mithelfende zu gewinnen.

 

Stefan Reith, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis Dachau (WLD), war stolz, dass die Außenanlagen rechtzeitig fertig wurden. So konnte auf dem gepflasterten Hof die Karlsfelder Blaskapelle bequem ihren Platz finden. Ganz „ehrenamtlich“ spielten sie über zwei Stunden auf. „Das hat dem Nachmittag eine wunderbare Stimmung gebracht“, freute sich Elfriede Peil, die dem Leiter der Kapelle, Reinhard Hagitte, herzlich dankte und sich mit Kaffee und Kuchen revanchieren konnte.

 

 

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