Auf den Geschmack gekommen - Mit Flüchtlingen kochen

Auf den Geschmack gekommen - Mit Flüchtlingen kochen

Marion und Evi mit den afrikanischen Köchen

Etwa 10 Flüchtlinge lernen an Sonntagnachmittagen, wie man Pfannkuchen bäckt, Putengeschnetzeltes und Karottengemüse zubereitet oder Kartoffelsalat mit Fleischpflanzerl herstellt. Sie haben sich aus den Deutschkursen gemeldet, in denen reihum die Einladung zum Kochen ausgesprochen wird.

 

Vor Ostern gab es nach Omas Rezept Spinat mit Kartoffeln und Spiegelei, einen Fisch mit Kräutern und ganz traditionell für die Karwoche eine Gründonnerstagssuppe mit vielen frischen Kräutern.

Und liebevoll von den Flüchtlingen gedeckte Tische mit österlichem Deko, die die Helferinnen mitgebracht hatten. „Sie sollen auch erleben, wie wir Ostern feiern.“ Zum Abschluss des Tages wurden gemeinsam Ostereier gekocht und gefärbt.

 

Kochen heißt auch: Schnippeln, schälen, rühren, probieren, Rezepte mitnehmen. Die jungen Männer aus der Traglufthalle sind mit Begeisterung dabei. Ihre Lehrmeisterinnen ebenfalls: „Wir lachen viel, es macht riesigen Spaß und wir lernen jedes mal etwas von ihnen kennen.“ So werden z.B. auch Zwiebeln vor der Zubereitung abgewaschen und Gemüse mit Hingabe sehr fein geschnitten. Beim Apfelkompott bekamen wir auch gleich die leckere pakistanische Variante mit Apfelspalten und eingekochtem Sirup serviert. Die Apfelspalten wurden liebevoll in einem tiefen Teller kreisrund arrangiert mit Rosinen, Nüssen und Honig.

 

Dieses „Gemeinsam Kochen“ hat aber auch ein weiteres Ziel: Die Asylsuchenden lernen Deutsch. Sie hören zu und sie sprechen übers Kochen, lernen etwas über regionale Produkte ebenso wie über deutsche Lebensgewohnheiten: „Eine wunderbare Chance zur Integration“, so das Team.

Um 15 Uhr beginnt das Kochen im Bürgertreff. Nach der Begrüßung und dem Vorstellen der aktuellen Menüfolge mit den verschiedenen Lebensmitteln geht es in die große Küche. Bis alles fertig ist und aufgegessen werden kann, wird es schon mal abends. Danach kommt natürlich noch für alle der Abwasch und das Aufräumen.

 

„Im nächsten Schritt werden wir unseren Köchen anbieten, ihre Lieblingsgerichte aus ihren Heimatländern zu kochen. Sie kennen sich ja inzwischen in der Küche aus und wissen, was möglich ist und wo die Töpfe, Schüsseln und Schneidewerkzeuge stehen.“ Erste Aufgabe ist es für sie, eine Einkaufsliste in Deutsch zu schreiben. Gemeinsam geht es dann in den Supermarkt – wieder eine gute Gelegenheit, zusammen Deutsch zu sprechen.

 

Dann dürfen sich vielleicht die Karlsfelderinnen (und einige Karlsfelder) auf ein internationales Kochbuch freuen? „Schaun' mer mal“, so Evi, Marion, Sandra, Helga, Laura.

 

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